2021 Planegg

Wettbewerb U-Bahnhof Martinsried

Martinsried U Bahn

Wettbewerb
Teilnahme

Auslober
U-Bahn Martinsried Projektmanagement GmbH & Co. KG

Wettbewerbsbetreuung
baustein GmbH

Architektur
allmannwappner GmbH

Projektteam
Frank Vetter
Markus Tuppen

Wettbewerb U-Bahnhof Martinsried, Planegg

Martinsried U Bahn

Die Beleuchtung ist weder reine Funktionsbeleuchtung noch bloßer Effekt. Tageslicht und Kunstlicht machen die besondere Lage der Station unmittelbar unter der Oberfläche spürbar – mit direktem Bezug zum Außenraum. Bereits im Treppenabgang wird der Übergang von oben nach unten, von hell zu dunkel, inszeniert: Am Bahnsteigbeginn erhöht sich die Beleuchtungsstärke deutlich, die Schwelle wird visuell aufgehoben. Auf dem Bahnsteig angekommen, erscheint die Decke, als würde sie sich in Licht und Form auflösen.

Die Öffnungen zur Oberfläche sorgen tagsüber für einen klar wahrnehmbaren, aber nicht dominanten Tageslichteinfall. Über den Bahnsteigen entsteht ein großformatiger Helligkeitsrhythmus, der die Verbindung zur Stadt oberhalb sichtbar macht.

Fahrgäste, die etwa vormittags die Station betreten und auf die U-Bahn warten, erleben die Tageszeit durch eine dezent bläuliche Hinterleuchtung der Deckenstruktur. Das Licht breitet sich seitlich in überlagernden Mustern auf den Wänden aus und lässt Raumkanten verschwimmen. Es entsteht ein sinnlicher Eindruck von Tageslicht mit einer diffusierenden, wolkenartigen Decke und wechselnden „Himmelszuständen“.

In die Deckenstruktur integrierte, energieeffiziente LED-Lichtrohre leuchten die Bahnsteigfläche funktional aus und hellen zugleich die Decke auf. Sie sind von unten frei zugänglich, im flachen Betrachtungswinkel jedoch nicht sichtbar. Oberhalb der Decke angeordnete, regelbare Lichtrohre mit bernsteinfarbenen und blauen LEDs verändern die Lichtfarbe im Tagesverlauf und schreiben sie als feinen Farbverlauf in die Deckenuntersicht ein.

Abends präsentiert sich die Station in einem warmen Lichtmilieu, das an den Sonnenuntergang erinnert. Die höhere Beleuchtungsstärke unterhalb der Öffnungen bleibt erhalten, verwandelt sich jedoch in eine warmweiße, angenehme Ausleuchtung. Die Treppenanlagen werden durch Wandeinbauleuchten und Handlaufleuchten deutlich hervorgehoben und sind über die gesamte Bahnsteiglänge sichtbar. Ein sanfter Helligkeitsverlauf führt die Fahrgäste intuitiv nach draußen.

Auch an der Oberfläche bleibt diese visuelle Verbindung zur Bahnsteigebene bestehen. In den Rauchabzugsöffnungen gespannte Rundleuchten erhellen deren Deckel und lassen sie dezent in bernsteinfarbener Lichtfarbe schimmern. So wird die unterirdische Ebene im Stadtraum subtil ablesbar – die Station wird als kontinuierlich durch Licht inszenierter Ort zwischen Stadt und Untergrund erfahrbar.

GALERIE

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