Wettbewerb
Preisgruppe / Bahnhofsvorplatz West
Nach Überarbeitung: 3. Platz
Auslober
Baureferat Stadt Augsburg
Landschaftsarchitekten
silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten
prof. bü prechter landschaftsarchitektin
Architekten
LIMA architekten | Lisa Bogner und Tobias Manzke
Zeitraum
2015
Projektteam DAY & LIGHT
Frank Vetter
Beleuchtungskonzept | Die Neugestaltung der Vorplätze und des Umfelds des Augsburger Hauptbahnhofs wird durch ein sorgfältig abgestimmtes Beleuchtungskonzept geprägt, das Orientierung, Sicherheit und Aufenthaltsqualität in den Abend- und Nachtstunden deutlich erhöht. Im Zusammenspiel von Vorplatz Ost, Bahnhofstraße und Vorplatz West entsteht ein zusammenhängendes Lichtbild, das die städtebauliche Bedeutung des Bahnhofs als Tor zur Stadt hervorhebt.
Am Vorplatz Ost steht die klare Fassung des Raumes im Mittelpunkt. Die Raumkanten werden gezielt betont, sodass die Geometrie des Platzes auch bei Dunkelheit gut lesbar bleibt. Die Fassade des Empfangsgebäudes wird akzentuiert angestrahlt und bildet in der Sichtachse der Bahnhofstraße einen markanten Blickpunkt und Orientierungspunkt. Ergänzend kommen eigene Lichtstelen zum Einsatz, die die Identität des Platzes unterstützen, sich in ihrer formalen Zurückhaltung aber der Architektur unterordnen. Teilweise aufgehellte Bäume schaffen ein vielschichtiges Licht- und Schattenspiel und beleben den Platz. Der Brunnen erhält eine akzentuierte Beleuchtung und wird somit als Treffpunkt und Zentrum des Platzes erlebbar. An den Querungsstellen bilden die Lichtstelen beidseitig des Zebrastreifens ein Portal, das die Wegeführung stärkt und die Verbindung zwischen Bahnhof und Stadtraum klar markiert.
Die Bahnhofstraße als zentrale Achse zwischen Innenstadt und Bahnhof wird mit Seilspannleuchten beleuchtet, wodurch der Straßenraum frei von Lichtmasten bleibt. Es entsteht eine gleichmäßige, ruhige Ausleuchtung von Fahrbahn und Gehwegen, die die Übersichtlichkeit erhöht. Die zusätzliche Anstrahlung der Bäume erzeugt einen spielerischen Rhythmus aus Licht und Schatten und schafft angenehme Aufenthaltszonen unter den Kronen. Bedeutende Fassaden, der Brunnen und das Wasserspiel werden akzentuiert hervorgehoben. So treten architektonische Besonderheiten und stadträumliche Ankerpunkte behutsam hervor, ohne mit der Grundbeleuchtung zu konkurrieren. Die Bahnhofstraße wird damit nicht nur als reine Funktions- und Verkehrsachse wahrgenommen, sondern als abendlicher Stadtraum mit eigener, identitätsstiftender Atmosphäre.
Der Vorplatz West erhält ein differenziertes, lebendiges Lichtbild, das seine freiere, landschaftliche Gestaltung unterstützt. Frei verteilte Masten mit individuell einstellbaren Strahlern ermöglichen eine präzise Beleuchtung unterschiedlicher Nutzungszonen. Baumgruppen werden durch Bodeneinbaustrahler aufgehellt, was Tiefe und räumliche Gliederung erzeugt. Die Böschung wird hell gefasst und die Bepflanzung inszeniert, wodurch ein klar strukturierter, zugleich atmosphärischer Platzraum entsteht.
Ein zentrales Element ist die hinterleuchtete Glasverkleidung an der Wandfläche zum Fußgängertunnel. Sie erzeugt einen hellen, einladenden Raumeindruck und führt intuitiv zum Tunnel. Gleichzeitig schafft sie eine thematische Verknüpfung zum Stationsbauwerk und weiter zum Königsplatz: Der Tunnel wird als Teil eines kontinuierlich gestalteten Stadtraums erlebt. Eine dezente rote Lichtlinie im Boden markiert den Weg und sorgt für eine feine Trennung zwischen Fußweg und Trambahn, ohne Barrieren aufzubauen. So werden Sicherheit und Orientierung gestärkt, während die Offenheit des Platzes gewahrt bleibt.
Insgesamt formt das Beleuchtungskonzept ein kohärentes Nachtbild des Hauptbahnhofs Augsburg, das Ankommen, Umsteigen und Verweilen gleichermaßen unterstützt und den Bahnhof als prägnanten Stadteingang inszeniert.